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Gedenkfeier in der Morgensonne (14. November 2010)

Versammlung vor dem Ehrenmal
Versammlung vor dem Ehrenmal

„Bürgerschützen Montjoie“ zeigen Präsenz am Volkstrauertag

Monschau. Einen Tag zuvor hatte es noch in Strömen geregnet, wovon die Musikanten des Trommler- und Pfeiferkorps ein Lied singen konnten, waren sie doch schon am Samstag bei einer Gedenkveranstaltung präsent gewesen und hatten diese unterstützt. Am Sonntagvormittag dagegen war es nicht nur trocken und angenehm mild, auch die Sonne schien, so dass die anwesenden Monschauer Bürger ungestört der Toten beider Weltkriege gedenken konnten.

Eingeleitet wurde die Feierlichkeit am Ehrenmal vor Monschaus alter Pfarrkirche vom Kirchenchor, gefolgt von der Rede des Ortsvorstehers. Versammelt hatten sich einige Monschauer Bürger, einige Kameraden des Altstadt-Löschzuges der Freiwilligen Feuerwehr und eine kleine Abordnung der Bürgerschützen.

Ortsvorsteher und Bürgerschützen-Präsident Georg Kaulen hatte sich auch diesmal sehr darum bemüht, seine Rede nicht nur im Zeichen einer Rückschau auf die Weltkriege zu gestalten, sondern auch und besonders mit einem Bezug auf das aktuelle Tages- und Kriegsgeschehen in der Welt zu versehen. Gerade nach der Wende in Europa 1989/90 habe sich für die Kriegsgräberfürsorge ein neues, großes Betätigungsfeld aufgemacht.

Ortsvorsteher Georg Kaulen
Kranzniederlegung durch Ortsvorsteher Georg Kaulen


Denn erst seit der Verständigung mit Russland könne man die dort gefallenen Kriegstoten, von denen jede Spur verloren schien, wieder ermitteln und aufspüren. Kaulen drückte den jungen Menschen seinen Dank aus, die die Kriegsgräberanlagen pflegen; daraus hätten sich schon viele internationale Freundschaften entwickelt, die schließlich der Völkerverständigung und damit einer jeden Lehre aus dem Krieg dienten. „Allerdings“, so mahnte der Ortsvorsteher, „würden wir uns etwas vormachen, wenn wir annähmen, mit dem Fallen der Grenzen in Europa und dem Ende des Kalten Krieges sei nun bei uns auf der Welt alles in bester Ordnung.“ Hiermit sprach er die aktuellen Krisenherde und Kriegsgeschehen an, den internationalen Terrorismus und auch die Verteilungskämpfe um die wichtigen Ressourcen dieser Welt, wie Wasser, Öl, Gas, Bodenschätze - „von dem Gerangel um den Besitz nuklearer Waffen ganz zu schweigen.“ Dennoch sei der Krieg eben nicht der Vater aller Dinge, er sei mit einem Zitat Henry Millers „eine Niederlage des menschlichen Geistes."

Kirchenchor und Trommler- und Pfeiferkorps
Kirchenchor und Trommler- und Pfeiferkorps

Während die Musiker des Trommler- und Pfeiferkorps das Lied vom Guten Kameraden anstimmten, erfolgte die feierliche Kranzniederlegung im Gedenken an die Toten, „aber auch in der Gewissheit, dass uns die Kriegstoten unserer Tage, aber auch die der Weltkriege stetige Mahnung und Verpflichtung sind, aus unserer Geschichte zu lernen“ (Kaulen).

Das Wetter – so völlig untypisch für den November – hatte sicherlich dazu beigetragen, dass diese kurze Gedenkveranstaltung den Beteiligten als angenehme Pflicht erscheinen musste. Zu wünschen wäre jedoch – auch von den Bürgerschützen, die gerade eine stützende Funktion in der Altstadt haben, wenn es um Bewahrung traditioneller Werte geht -, dass sich mehr Menschen daran beteiligen würden.