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Monschauer Bürgerschützen sichern die Zukunft ihres Vereins (21. März 2011)

Generalversammlung entscheidet sich einstimmig für die Mitgliedschaft in einem schießsportlichen Dachverband. Planung des großen Vereinsjubiläums.

 Monschau. Fast vierzig Schützen konnte der Vereinspräsident Georg Kaulen im Restaurant „Flosdorff“ zählen, unter ihnen Ehrenpräsident Guido Breuer und die Ehrenmitglieder Josef Hermanns, Klaus Kaulard und Christian Waldeck. Und so konnte er auch beruhigt die Beschlussfähigkeit feststellen, denn schließlich standen wichtige Weichenstellungen an: Die „Bürgerschützen Montjoie“ verlassen ihren „Sonderweg“ und schließen sich einem großen sportlichen Dachverband an, um angesichts der schwierigen Situation, in der der Schießsport steckt, Sicherheit zu erlangen.

„Wir alle kennen die furchtbaren Ereignisse von Winnenden“, führte Kaulen aus. „Solche Verbrechen führen natürlich zu einer stärkeren gesetzlichen Waffenkontrolle. Wir Bürgerschützen wollen dieser Situation Rechnung tragen und uns einem schießsportlichen Dachverband anschließen.“ Eine solche Mitgliedschaft gewährleiste, dass die Schießleiter und alle Sportschützen kompetent geschult würden. Natürlich behalte der Verein seine spezielle Eigenständigkeit, aber man wolle auch noch in ferner Zukunft auf den Königsvogel schießen - „und das mit einem sicheren Gefühl!“ Ehrenmitglied Christian Waldeck unterstützte die Überlegungen des Vorstands: „Darüber kann man nicht kontrovers diskutieren; wir müssen das machen, wenn wir als Schützenverein weiter lebendig sein wollen!“ Nach diesen Worten stimmte die gesamte Versammlung für eine solche Mitgliedschaft, die sicher ein historischer Schritt für die Schützen ist. Schließlich hatte man in der Vergangenheit stets eine Zugehörigkeit zu irgendwelchen Verbänden zu vermeiden versucht. Die heutige Zeit jedoch lässt den Monschauern keine Wahl; außerdem behält der Verein in allem seine Eigenständigkeit. Ein Sportverband ist schließlich vor allem Hilfe und Dienstleister. Die „Bürgerschützen Montjoie“ werden an ihren liebgewonnen Traditionen in jedem Falle festhalten können.

Der geschäftsführende Vorstand um Vereinspräsident Georg Kaulen begrüßt in der Runde die neuen Mitglieder Ralf Weishaupt-Ungermann und Hermann-Frank Weiss

 

Wie lebendig der alte Traditionsverein ist, wurde deutlich, als sechs neue Mitglieder in den Kreis der Schützen aufgenommen werden konnten. Traditionsgemäß erfolgt eine solche Aufnahme nach Antrag durch die Ballotage, einem Wahlverfahren mit Hilfe weißer und schwarzer Kugeln. Das Ergebnis: Christian Bär, Heiner Sauren, Achim Scheidt, Lothar Schoenen, Ralf Weishaupt-Ungermann und Hermann-Frank Weiss werden sich in Kürze einen Schützenhut besorgen müssen. Die beiden Letztgenannten waren auf der Versammlung erschienen, um sich persönlich vorzustellen und konnten sogleich Vereinsnadel und Satzung entgegen nehmen.

Von der Aktivität der Schützen, insbesondere des Vorstands, gab auch die Übersicht über die Planungen zum großen 650. Schützenjubiläum der Monschauer ein anschauliches Beispiel. Wenn sich im September die Kirmes nähert, werden sich die Feierlichkeiten aufgrund des besonderen Geburtstags über zwei Wochen erstrecken. „Da brauchen wir dringend einen Ruhetag“, merkte Bürgerschütze Werner Kremer, der extra aus Köln angereist war, humorvoll an, „damit sich unsere Füße vom dauernden Marschieren erholen können!“

Peter Dick hält Wort - König Heinz I. erhält sein versprochenes Eis

Einen unterhaltsamen Rückblick lieferte Geschäftsführer Ralf Kaulen mit einem umfangreichen Geschäftsbericht, in dem vom Ende der Regentschaft des jüngsten Monschauer Schützenkönigs Tobias I. (Schell) und dem Beginn der aktuellen Amtszeit von Heinz I. (Mertens) erzählt wurde. Auch das vergangene Geschäftsjahr präsentierte sich den Zuhörern als eine abwechslungsreiche Zeit mit vielen Höhepunkten: ein Sieg über die Gemünder Bürgerschützen im Kleinkaliber-Vergleichsschießen, ein Austausch mit Schießfreunden aus England, schließlich der Besuch bei niederländischen Schützenvereinen in Valkenburg.

Die Generalversammlung der Monschauer Bürgerschützen veranschaulichte sehr deutlich, dass dieser Verein zwei Stoßrichtungen verfolgt: in der einen  ist da das Bewahren von Traditionen, die den Menschen in Monschau ans Herz gewachsen und wichtig sind; in der anderen Richtung gilt es mit einem Blick nach vorn, den Verein zeitgemäß durch die moderne Zeit mit all ihren Herausforderungen zu führen und dafür die entscheidenden Weichen zu stellen.