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Erklärung zum Schießsport

Der Amoklauf von Winnenden vom 11. März 2009 hat uns, die Mitglieder der „Schießsportgemeinschaft der Bürgerschützen Montjoie“, sehr betroffen gemacht. Die eigentlichen Gründe, die zu einer solchen Katastrophe führen, dass ein Mensch Waffen gegen andere und sich selber richtet, sind vielfältig. Einzelgängertum, Frustrationserlebnisse, Computerspiele (sogenannte „Ego-Shooter“) und der Schützensport werden immer wieder in diesen Zusammenhängen genannt. Und so kommt es auch immer wieder zu Verallgemeinerungen und Verurteilungen, die überwiegend von Menschen, die über nur wenig oder gar kein Wissen zu Themen wie „Waffenrecht“ oder „Sportschießen“ verfügen, in die Öffentlichkeit getragen werden. Auch die Kenntnisse über geplante und durchgeführte Amokläufe (vorwiegend in Schulen) sind oftmals erschreckend oberflächlich, die Aussagen nicht selten klischeehaft und dadurch realitätsfern.

Der Schützensport in Deutschland hat dadurch großen Schaden genommen. Auch wenn sich der Präsident des Deutschen Schützenbundes Josef Ambacher engagiert gegen Klischee-Vorstellungen vom Sportschützen als Waffennarr verwehrt und auf 1,5 Millionen Mitglieder in rund 15.000 Vereinen verweist, die hier pauschal verurteilt würden, erhalten die Kritiker des Schützensports mit jedem Mord, der irgendwo durch einen Schützen (oder Jäger – hier werden keine Unterschiede gemacht) erfolgt, neuen Auftrieb. 

Da nimmt es den Sportschützen manchmal wunder, wie in Deutschland gleichzeitig dieser Sport pauschal verurteilt und dabei die deutschen Biathleten bei olympischen Spielen oder Paralympics hymnisch gefeiert werden können.
Die „Schießsportgemeinschaft der Bürgerschützen Montjoie“ existiert seit 1959. Einer sehr alten Tradition folgend, trifft sie sich jeden Sonntagmorgen, um nach einem Regelwerk, das sich an die Sportordnung des Deutschen Schützenbundes anlehnt, das Sportschießen auszuüben. Die Mitglieder schießen auf ihren drei Schießständen über eine Distanz von 50 Metern Kleinkaliber (.22 lfB) auf Scheiben. Erfolgreich ist, wer die höchste Ringzahl erreicht.

Wir erklären hiermit, dass wir uns den sportlichen Werten, Verantwortung und Fairplay verpflichtet fühlen. Für uns sind Sportler, wie die Biathletin Magdalena Neuner oder der 48jährige Josef Giesen, der bei den Paralympics mit einer beeindruckenden Leistung aufwarten konnte, Menschen, die uns begeistern können. Wir distanzieren uns dagegen eindeutig von Waffenfetischismus und ebenso von den berühmt-berüchtigten Paintball-Spielen. In deutlicher Abgrenzung zu den Paintball-Spielern zielt kein Mitglied unserer Schießsportgemeinschaft auf Menschen, ahmt Verletzungs- und Tötungsszenen nach und begibt sich in martialischer Verkleidung in bürgerkriegsähnliche Pappwelten.

In unserer Gemeinschaft treffen wir uns, um uns in freundschaftlichem Umgang sportlich zu verbessern und zu messen. Von daher halten wir es erneut mit Josef Ambacher, der für den DSB erklärt: „Wer mit einem Sportgerät in zumeist olympischen Disziplinen innerhalb eines gesicherten und dafür errichteten Geländes auf Papierscheiben zielt, stellt kein Sicherheitsrisiko dar und übt erst recht keine Gewalt aus.“