Was ist Neu | Aktuelles | Sitemap | Impressum | Kontakt

Deutsch - Niederländische Freundschaft gefeiert (25. September 2010)

Sjötter aan der Poort

Die "Bürgerschützen Montjoie" bei Denkmal-Enthüllung in Valkenburg.
Gemeinsame Vergangenheit und Zukunft.

Valkenburg / NL. Die Einladung aus dem niederländischen Valkenburg, bei der Enthüllung eines historischen Stadtdenkmals beizuwohnen, hatten die "Bürgerschützen Montjoie 1361 e.V.", der älteste Schützenverein der Region, mit großer Freude angenommen. Und so reiste vergangenen Samstag eine Abordnung von 25 Schützen in die limburgische Provinz; zusammen mit örtlichen Schützenvereinen gedachte man einer gemeinsamen Vergangenheit und blickte hoffnungsvoll in eine gemeinsame Zukunft.

Die Bürgerschützen hatten sich nicht schlecht gewundert, als sie aus Valkenburg gleich zwei Einladungen erhielten. Einer der historischen Schützenvereine der Stadt, die "Edele Nobele Agtbaere Jonge en Oude Loffelijke Schutterye" hatte zur Feier seines 550jährigen Jubiläums geladen. Er war aufgrund des besonderen Jubiläums Ausrichter des diesjährigen Dreiländer-Eck-Treffens 2010, dem wohl größten Schützenfest der Region, zu dem nicht weniger als 54 Schützenvereine aus den Niederlanden, Belgien und Deutschland erschienen. Die Bürgerschützen mussten da leider passen, denn eine Teilnahme hätte zu terminlichen Überschneidungen mit der eigenen Kirmes in Monschaus Altstadt geführt. "Vor allem aber", so Schießmeister Christoph Breuer, "sind wir für Wettkämpfe dieser Art weder geschult noch überhaupt ausgerüstet. Dort hat jeder einzelne Schütze eine Art Donnerbüchse, vergleichbar mit dem historischen Schießgerät, mit dem wir auf unseren Königsvogel schießen."

Die Bürgerschützen Montjoie 1361 e.V.

Die Einladung der Stadt, zur Denkmalseinweihung zu kommen und an der Seite der valkenburgischen Schützenvereine zu marschieren, konnten die Monschauer aber annehmen. "Es ist uns eine Ehre", so Präsident Georg Kaulen, "an diesen Feierlichkeiten teilnehmen zu dürfen. Es geht hierbei um eine historisch bedeutsame Beziehung und um die Begründung einer neuen Schützenfreundschaft." Nach einem freundlichen Empfang marschierten sie mit ihrer neuen Majestät Heinz I. (Mertens) an der Spitze mit Musik und mit den beiden valkenburgischen Schützenvereinen durch die Altstadt und versammelten sich inmitten einer großen Menschenmenge am historischen Grendeltor.

Künstler, Initiatoren und Bürgermeister

 

 

Initiator Guus Smeets, der in einer Fernsehsendung vom Juni 2008 die Anregung gegeben hatte, die Valkenburgische Geschichte durch Denkmäler wieder aufleben zu lassen und mehr im Bewusstsein der Bevölkerung zu verorten, stellte die Gruppe Künstlergruppe Flow Art um Pierre Habets vor. Habets, einer der führenden bildenden Künstler Limburgs, hatte nach historischen Vorlagen die Figur des Beschützers und Wächters des Stadttores, den "Sjötter aan de Poort" aus Bronze in Lebensgröße gestaltet, ebenso eine Plakette, die auf die historischen Wurzeln verweist.

Bürgermeister Martin Eurlings
Bürgermeister Martin Eurlings

Eben diese Wurzeln, so erläuterte schließlich  Bürgermeister Martin Eurlings, seien auch der Grund für die Anwesenheit der Monschauer Schützen, denen er seinen Dank für ihr Kommen übermittelte: "Die gemeinsame Geschichte von Valkenburg und Monschau" werde dadurch symbolisiert, "und die Bemühungen um die Euregionale lassen für die Zukunft auf ein stark geknüpftes Band hoffen!" Die Freundschaft der historischen Schützenvereine sei hier eine Möglichkeit, die Idee der Euregionale mit Inhalten zu füllen. Mit der gemeinsamen Vergangenheit bezog er sich auf den bekannten Walram von Falkenburg und Montjoie. Im 13. Jahrhundert hatten sich aus einer Limburger Seitenfamilie die Herren von Monschau etabliert. Es folgte eine vereinigte monschau-valkenburgische Landesherrschaft bis zum Aussterben der männlichen Linie Mitte des 14. Jahrhunderts. Die Herrschaft umfasste neben Valkenburg und Montjoie unter anderem auch Bütgenbach und St. Vith.

Plakette auf die historischen wurzeln

 

 

Zu Ehren des Ereignisses und des "Schützen am Tor" wurde eine eigens produzierte Musik-CD präsentiert. Wer sich nicht nur damit begnügen wollte, die Statue am Stadttor zu bewundern, der konnte auf der Anschlusspräsentation im Stadtrestaurant die Miniaturfigur des Schützen aus Bronze für 200 Euro mit nach Hause nehmen. Mit viel musikalischer Unterhaltung wurde noch kräftig bis in die Nacht gefeiert. Und es sollte sich dabei sehr schnell zeigen, dass zumindest die betroffenen Schützenvereine mit einer deutsch-niederländischen Freundschaft überhaupt keine Probleme hatten.

Dem Besucher Valkenburgs jedenfalls präsentiert sich am Grendeltor nunmehr mit Plakette und Statue auch ein kleines Stück Monschauer Geschichte.

Schützenmarsch zum Denkmal
Schützenmarsch zum Denkmal