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Und wieder kein Schützenfest in der Monschauer Altstadt

Die Bürgerschützen Montjoie sagen die „Monscher Kermes“ ab und wählen einen neuen Vorstand (16.08.2021)

Monschau. „Da kannste nix machen, das ist Corona!“, lautete die Reaktion der versammelten Schützenbrüder, als der Vereinsvorstand auch in diesem Jahr das Aus für das Traditionsfest der Altstadt verkündete. Die Bürgerschützen zeigten sich traurig, aber vernünftig – die Monscher Kermes findet auch 2021 – wie schon im vergangenen Jahr – nicht statt.

Ansprache Präsident Georg Kaulen
Ansprache Präsident Georg Kaulen

Vereinspräsident Georg Kaulen erläuterte auf der Generalversammlung den Mitgliedern die Gründe: Man habe bis zuletzt an einer machbaren Lösung gearbeitet, an ein „Schützenfest light“ als reine Open-Air-Veranstaltung gedacht. „Aber zahlreiche Absperrungen und ständige Kontrollen wären für uns nur schwer zu stemmen“, so Kaulen. „Außerdem stellen wir uns so das gemeinsame Feiern eines Schützenfests nicht vor!“

Im Braukeller unter dem Hotel Horchem hatten sich die Bürgerschützen versammelt – unter strengen Corona-Hygiene-Bedingungen. Nach so langer Abstinenz vom Vereinsleben zeigten die Mitglieder, dass sie durchaus noch existierten und sich für die Geschicke ihrer Altstadt interessierten. Mehrmals hatte im Vorfeld der Vorstand getagt, um vielleicht doch noch ein Fest zu ermöglichen, jedoch musste man sich schließlich endgültig von sämtlichen Alternativplänen verabschieden. Ob sich die anderen Veranstaltungen im Schützenkalender noch umsetzen lassen werden, werden die Zukunft und die Inzidenzzahlen zeigen.

Allerdings wollen die Bürgerschützen Präsenz in der Kirchweihmesse am eigentlichen Kirmessonntag zeigen: In Anzug und Schützenhut wollen sie die Messe besuchen und wenigstens den ursprünglichen Sinn der Kirmes traditionell wahren. Dieser Messebesuch hat eine mehrfache Bedeutung: Auch wenn das Hochwasser in diesem Jahr Teile der Monschauer Altstadt überflutet hatte und auch das Schützenheim in Mitleidenschaft riss, so wissen die Menschen doch mit Blick auf ihre Nachbarschaft, was für ein wahnsinniges Glück man letzten Endes doch gehabt hat. Nicht nur Bad Neuenahr, Bad Münstereifel und andere Eifelorte, die in den letzten Wochen die Medienberichte dominierten, sondern auch Gemünd, wo die Bürgerschützen durch ihre Freundschaft zu den dortigen Schützen enge Bande haben, waren wesentlich schlimmer getroffen worden – hier hatte es neben immensem Sachschaden auch menschliche Verluste gegeben. Diese Kirmesmesse soll auch eine Messe des Gedenkens und des Dankes sein.

Allerdings wollen die Bürgerschützen Präsenz in der Kirchweihmesse am eigentlichen Kirmessonntag zeigen: In Anzug und Schützenhut wollen sie die Messe besuchen und wenigstens den ursprünglichen Sinn der Kirmes traditionell wahren. Dieser Messebesuch hat eine mehrfache Bedeutung: Auch wenn das Hochwasser in diesem Jahr Teile der Monschauer Altstadt überflutet hatte und auch das Schützenheim in Mitleidenschaft riss, so wissen die Menschen doch mit Blick auf ihre Nachbarschaft, was für ein wahnsinniges Glück man letzten Endes doch gehabt hat. Nicht nur Bad Neuenahr, Bad Münstereifel und andere Eifelorte, die in den letzten Wochen die Medienberichte dominierten, sondern auch Gemünd, wo die Bürgerschützen durch ihre Freundschaft zu den dortigen Schützen enge Bande haben, waren wesentlich schlimmer getroffen worden – hier hatte es neben immensem Sachschaden auch menschliche Verluste gegeben. Diese Kirmesmesse soll auch eine Messe des Gedenkens und des Dankes sein.

Georg Kaulen bedankte sich bei seinem bisherigen Vorstand mit herzlichen Worten für eine harmonische Zusammenarbeit, wenn es „auch mitunter längere und kontroverse Diskussionen gegeben“ habe – aber das liege nun einmal in der Natur der Sache. Er richtete seinen Dank auch an die Mitglieder des Vereins, „die es dem Vorstand nicht schwergemacht“ hätten.

Trotz aller Schwierigkeiten der Zeit unter Corona erwiesen sich die Schützen als zukunftsweisend, denn sie wählten der Satzung entsprechend einen neuen Vorstand: Georg Kaulen wurde einstimmig zum Vorsitzenden gewählt – ein Amt, das er seit nunmehr zwölf Jahren mit sicherer Hand ausübt und das er eigentlich hatte abgeben wollen. Aber er hatte ein Versprechen gegeben: „Dass ich als Präsident dafür sorgen werde, unser Vereinsheim zu renovieren!“ Corona hatte den Schützen dabei einen Strich durch die Rechnung gemacht und die Arbeiten verzögert. Nun – wegen der starken Wasserschäden durch den überquollenen Laufenbach – wird aus der Renovierung eine Kernsanierung, denn Schießanlage und Vereinsheim waren im wahrsten Sinne des Wortes „abgesoffen“. Das aber bleibt für Kaulen der Fixpunkt: „Das sind die letzten drei Jahre!“ 2024 wird also einen Einschnitt bedeuten…

Die Geehrten im Kreise des neuen Vorstands
Die Geehrten im Kreise des neuen Vorstands

Das neue Ehrenmitglied Heinz Mertens
Das neue Ehrenmitglied Heinz Mertens

Ebenfalls einstimmig wurde der Rest des Vorstands gewählt: Ehrenkönig Lutz Schell ist nun Vizepräsident, Ralf Kaulen bleibt Geschäftsführer und Tobias Schell der neue Schatzmeister. Als Beisitzer fungieren der Schießmeister des Vereins Christoph Breuer, Bernd Maaßen, Dietmar Gonnermann und zuletzt Harald Egerland.

Der neue und alte Vereinspräsident dankte mit herzlichen Worten Heinz Mertens, der über lange Jahre dem Verein in der Funktion des Vizepräsidenten gedient habe. Mertens, ehemaliger Schützenkönig (2010) und Ehrenkönig (2011), wurde aus Dank für seine Arbeit zum Ehrenmitglied ernannt und damit in den Ehrenrat aufgenommen.

Dank an Schatzmeister Dietmar Gonnermann
Dank an Schatzmeister Dietmar Gonnermann

Dank empfing auch Dietmar Gonnermann, der – unterstützt von seiner Frau Bettina („Die Seele der Zahlen“, so Georg Kaulen) – sich über lange Jahre als Schatzmeister des Vereins engagierte und dabei große finanzielle Aufgaben, zum Beispiel das große Jubiläum, zu stemmen geholfen hatte. So war es auch an diesem Abend, dass Gonnermann zum letzten Mal seinen ausführlichen Bericht des Schatzmeisters auf einer Mitgliederversammlung verlas. In Zukunft wird das die Aufgabe von Tobias Schell sein.

Ehrung Guido Breuer
Ehrung Guido Breuer

Ebenfalls geehrt wurde Monschaus Ikone und Ehrenpräsident Guido Breuer für seine mittlerweile über 60jährige Treue zum Verein. In jungen Jahren Fahnenbegleiter und Fahnenträger, von 1997 bis 2009 dann Vereinspräsident und seitdem als Ehrenpräsident war und ist Guido Breuer eine feste Größe der Bürgerschützen. 2007 krönte er sich im wahrsten Sinne des Wortes, als er den Vogel herunterholte und für ein Jahr lang Schützenkönig sein durfte. In seiner Dankesrede erzählte Breuer, dass er den Respekt vor den Schützen vor allem vom Vater habe vermittelt bekommen. „Die Bürgerschützen waren immer ein besonderer Verein“, so Breuer: „Sie sind ein Teil Monschaus und haben in meinem Leben immer eine große Rolle gespielt.“

Dass sie das auch weiterhin beabsichtigten, darin waren sich die versammelten Schützenbrüder einig. Welche Schützenveranstaltungen in naher Zukunft ermöglicht werden können, wird vor allem die Entwicklung der Pandemie bestimmen. Der amtierende Schützenkönig Antonio Lourenco jedenfalls geht jetzt in das dritte Jahr seiner Regentschaft – so etwas hat es in den 660 Jahren des altehrwürdigen Vereins auch noch nicht gegeben.