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Von der Aktualität des Volkstrauertags (13. November 2016)

Rituelle Kranzniederlegung am Ehrenmal an der alten Pfarrkirche

Monschau. Das Wetter meinte es gut mit den Altstädtern, die ihren Weg zum Ehrenmal an der alten Pfarrkirche gefunden hatten, um der Toten der beiden Weltkriege zu gedenken.

Versammlung am Ehrenmal
Bürgerschützen und Musikvereinigung

Ortsvorsteher Georg Kaulen begrüßte die Männer des Löschzugs Altstadt der Freiwilligen Feuerwehr Monschau, die Musiker der Musikvereinigung Montjoie, den Kirchenchor und die angetretenen Bürgerschützen sowie die Monschauer Bürger. Sie alle waren gekommen, um sich einerseits an die Weltkriegstoten zu erinnern, andererseits die Bedeutung dieses Trauertags zu ehren.

Rede des Ortsvorstehers Georg Kaulen
Kirchenchor

Kaulen erinnerte an die Veranstaltung des vergangenen Jahres, die nur ganz kurz nach den schrecklichen Terroranschlägen von Paris stattgefunden habe. Krieg und Terror würden unsere Zeit prägen, an die Seite der Opfer der beiden Weltkriege seien längst die Opfer der aktuellen Ereignisse getreten. Er sprach vor allem die Menschen an, die „Gewalterfahrungen und Bilder von Krieg und Tod“ mit sich trügen, die Flüchtlinge, denen als Hilfesuchende unsere Solidarität gebühre.
In bewegenden Worten sprach Kaulen von den „Brandanschlägen auf Flüchtlingsunterkünfte, Angriffe auf Einzelpersonen oder Gruppen“ sowie von Sprengstoffanschlägen auf öffentliche Gebäude: „Diese aktuellen Bezüge sind es, die belegen, dass dieser Gedenktag eine wichtige gesellschaftliche Funktion des Innehaltens haben kann, auch wenn die Zahl der Menschen beständig kleiner wird, die noch persönlich um Angehörige trauern, die auf den Kriegsgräberstätten der Weltkriege ruhen.“ Der Ortsvorsteher machte deutlich, dass das kollektive Erinnern an diesem Tag fester Bestandteil unserer Kultur sei. Gerade solche Menschen aber, die angesichts der Flüchtenden, die in unser Land kämen, Sorge um den Bestand unserer Kultur äußerten, blieben solchen Gedenkveranstaltungen fern. Indem der Volkstrauertag „das dunkelste Kapitel unserer Geschichte ins Gedächtnis ruft, macht er die Herausforderung einer Friedenssicherung öffentlich bewusst.“ Damit sei er ein Tag der Mahnung zu Versöhnung, Verständigung und Frieden.

Ehrung der Weltkriegstoten

Nach der rituellen Kranzniederlegung, bei der die Musikvereinigung das „Lied vom guten Kameraden“ spielte, beendete Kaulen die Gedenkfeier mit Fürbitten zu Gott, in denen er unter anderen die Hilfesuchenden auf der Flucht, ihre Helfer, aber auch „die politischen Brandstifter, die auf Fremde nur mit Verachtung, Hass und Gewalt reagieren“ miteinbezog.

Der Volkstrauertag, so war jedem Teilnehmer deutlich vor Augen, ist ein aktueller Gedenktag. Er hat nichts mehr gemein mit einer bloßen Rückschau, er ist Teil unserer politisch-gesellschaftlichen Kultur.