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Zwei Sonnenkönige für Monschau

Kirmes und Schützenfest (09. – 13. September 2016)

Monschau. Kirmes und Schützenfest standen in diesem Jahr ganz im Zeichen der Spätsommersonne: Petrus hatte es mit den Monschauern wirklich gut gemeint und ihnen angenehme Temperaturen und ein zauberhaftes Sonnenlicht geschenkt. Darum hatten nicht wenige gebetet, denn schließlich galt es diesmal – ähnlich wie beim Jubiläum 2011 – gleich zwei Majestäten auszuschießen.

 

Zug zum Schützenplatz
Zug zum Schützenplatz

Heinz Mertens gibt die Ehrenkönigskette ab
Heinz Mertens gibt die Ehrenkönigskette ab

 

 

Fünf lange Jahre hatte Vizepräsident Heinz Mertens die napoleonische Kette des Ehrenkönigs getragen. Nun sei es gut, meinte er und gab seinen potentiellen Nachfolgern zu bedenken, dass mit dem Amt des Ehrenkönigs auch eine besondere Treue zum Verein verbunden sei, denn schließlich müsse man, wenn irgend möglich, an allen Veranstaltungen teilnehmen! Er hatte in der Vergangenheit diese Pflicht immer gerne wahrgenommen, denn allein die historische Kette, die nicht wenige für eine der schönsten Königsketten überhaupt halten, ist schon etwas ganz Besonderes.

Gespanntes Publikum
Gespanntes Publikum
Siegerschuß vom Winde verweht
Siegerschuß vom Winde verweht

So hatten sich auch 13 Bewerber unter den ehemaligen Schützenkönigen gefunden, die um diese Trophäe streiten wollten. Ihre Entschiedenheit kam rasch zum Ausdruck, denn alle Schützen trafen mit der schweren Donnerbüchse den Holzvogel, den Vogelbauer Georg Foerster mit viel Liebe zum Detail angefertigt hatte. Der Wettkampf gestaltete sich erst kurzweilig, dann sehr dramatisch: Im vierten Durchgang schien Paul Strauch das Vogelvieh mit dem insgesamt 28. Schuss heruntergeholt zu haben. Was für eine Geschichte: Paul war 1991 Schützenkönig, damit schien er genau den passenden Weg gefunden zu haben, sein 25. Königsjubiläum zu begehen. Die Gratulanten strömten auf ihn ein und bejubelten ihn, da musste der Präsident der Schützen, Georg Kaulen, die Freude bremsen: Aufmerksame Beobachter hatten festgestellt, dass da noch ein kleines Holzstück an der Schraube hing; somit konnte keine Rede davon sein, dass der Vogel in Gänze herunter war.

Kritische Beobachter
Kritische Beobachter
Lutz Schell jubelt
Lutz Schell jubelt
Der Silberorden des Ehrenkönigs
Der Silberorden des Ehrenkönigs

Schießmeister Christoph Breuer überzeugte sich selbst davon: Der Wettkampf durfte noch nicht als beendet gelten! Jeder wusste, dass der nächste Schütze die Entscheidung bringen würde. Aus dem Lostopf wurde Lutz Schells Name gezogen. Der Schützenkönig von 2008 fackelte nicht lange und schoss den letzten Holzrest weg: Für die nächsten fünf Jahre wird er Ehrenkönig der Bürgerschützen sein! Was dem einen seine Freude ist, ist dem anderen sein Leid: Das war bitter für Paul Strauch, denn er hatte gut geschossen.

Bernd Maaßen jubelt
Bernd Maaßen jubelt
Königssilber für Bernd Maaßen
Königssilber für Bernd Maaßen

Der nächste Wettkampf zog sich wesentlich länger hin: Nicht nur, dass immer wieder unterbrochen werden musste, weil sich Wanderer in der Nähe des Schützenplatzes befanden, vor allem entpuppte sich der zweite Vogel aus der Werkstatt Georg Foersters als außerordentlich zäh.

Durchgang für Durchgang jagten entschlossene Schützen dem Holztier dicke Bleigeschosse in den Leib, gegen Ende waren noch acht unermüdliche Anwärter auf die Königswürde im Spiel. Im elften Durchgang und mit dem 118. Schuss erlöste Bernd Maaßen das Publikum. Nicht wenige Zuschauer fieberten offen für ihn mit: Er, der aufgrund seiner zahlreichen Anläufe schon den Spitznamen „Vizemaaßen“ trug, schaffte es endlich, seinen Traum wahr werden zu lassen: Als Bernd II. wird er 2016 seine Bürgerschützen bei allen Festivitäten anführen.

Geschmückte Kirmesfahrräder
Geschmückte Kirmesfahrräder

 


Die neuen Majestäten strahlten sichtlich, was nicht nur an dem wunderbaren Königswetter lag. Bei schönster Spätsommersonne zogen sie mit ihrem Gefolge durch die Altstadt: vorneweg die Mannen der Freiwilligen Feuerwehr, dann die Kinder und Turner des TURA Monschau, die Musiker der Musikvereinigung und zuletzt die Bürgerschützen Montjoie. Gemeinsam zog man von Gaststätte zu Gaststätte, nahm mit Freude Blumen und Erfrischungen in Empfang und freute sich über die rege Teilnahme der Altstädter sowie über die verwunderten und faszinierten Gesichter der zahlreichen Wochenendtouristen.

Inthronisation des Königs
Inthronisation des Königs
Siegerfoto mit Vorstand
Siegerfoto mit Vorstand
Walzer vor dem Roten Haus
Walzer vor dem Roten Haus

Natürlich – so will es der Brauch – tanzten die neuen Majestäten zu den Klängen des Schneewalzers mit ihren Königinnen vor dem Roten Haus, bevor sie dann mit dem gesamten Zug im ehrwürdigen Kolpinghaus einzogen, wo die feierliche Inthronisation durch Schützenpräsident Georg Kaulen vorgenommen wurde.

Gefeiert wurde noch bis in die späte Nacht, die für die Majestäten dann doch sehr kurz war; schließlich wurde nach alter Sitte schon am frühen Morgen die Stadt geweckt – diesmal durch Freiwillige der Musikvereinigung, die sich beim neuen Ehrenkönig am Hotel Horchem trafen und dann den neuen Schützenkönig Bernd II. (Maaßen) abholten.

Liberatusprozession
Liberatusprozession


Die Kirmes-Messe wurde in der Aukirche begangen, die anschließende Liberatus-Prozession, bei der der Schrein mit den Gebeinen des Stadtheiligen unter Liedern und Gebeten durch die Stadt getragen wird, führte schließlich zur alten Pfarrkirche. Danach traf man sich zum Kirmesfrühschoppen im Kolpinghaus, das mittlerweile wieder zentraler Kirmesort geworden ist.

Die neuen Majestäten
Die neuen Majestäten

Nicht nur das außerordentlich gute und angenehme Wetter hat zu einem gelungenen Schützenfest und einer schönen Kirmes beigetragen; zwei beliebte Männer haben die Königswürde erhalten und werden sich ihrer würdig erweisen. Ein Wermutstropfen bleibt: Der Monschauer Altstadt fehlen die Kinder, so dass in diesem Jahr auch die entsprechende Kinderbelustigung ausfallen musste. Diese Entwicklung hatte sich schon in den vergangenen Jahren abgezeichnet, als man sich gegen einen „Kinderfackelzug“ wegen zu geringer Teilnahme entscheiden musste.