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Bürgerschützen feiern mit englischen Freunden den Familienwandertag (22. August 2015)

Bürgerschützen Montjoie fahren Heimsieg gegen Schützenfreunde aus Bearsted/ Kent ein.
Georg Foerster neuer Träger der Ehrenkette

Monschau. 13 Wanderer hatten das fantastische Sommerwetter genutzt und sich ihrem Präsidenten angeschlossen, um einen wunderbaren Weg von der Felsenkeller Brauerei bis zum Vereinsheim an der Flora zu gehen. Als sie dort gegen 15 Uhr eintrafen, konnte sich Georg Kaulen über zahlreiche Besucher freuen.

Zum zweiten Mal hatten sich die Bürgerschützen dafür entschieden, den Besuch der Schützenfreunde vom Bearsted & Thurnham Rifle Club mit dem Familienwandertag zusammenzulegen. Wieder hatte sich die Idee als goldrichtig erwiesen.

 

Schützen aus Monschau und Bearstedt
Schützen aus Monschau und Bearstedt
Familie Weiss und englische Gäste
Familie Weiss und englische Gäste

Die Anreise der Freunde aus dem englischen Kent hatte unter keinem allzu guten Stern gestanden. Eine üble Autopanne hatte aus einer bequemen Fahrt einen „Höllentrip“ gemacht; man hatte gegen 17 Uhr mit den Freunden gerechnet, sie trafen erst nach 21 Uhr ein. Die gute Laune ließen sich die Schützenfreunde nicht verderben: Zwölf Gäste von der Insel durften die Monschauer Bürgerschützen begrüßen. Der Vorsitzende des englischen Schießclubs Richard Aldous war selbst mitgekommen und wollte als guter Schütze seine Mannschaft für den anstehenden Wettkampf gegen Monschau unterstützen.

Der Freitag stand ganz im Zeichen gemeinsamer Unternehmungen. Der Monschauer Schießleiter Peter Dick hatte für eine Planwagenfahrt gesorgt, mit der man sehr gemütlich Teile des Monschauer Landes erkunden wollte. Petrus spielte allen Beteiligten hierbei in die Karten, denn er machte diesen Tag zu einem wunderbaren Sonnentag – auch am gesamten Wochenende sollte sich der Wetterpatron als wahrer Freund der Bürgerschützen erweisen.

Richard Aldous und Lutz Schell
Richard Aldous und Lutz Schell
Ansprache Richard und  Christoph Breuer
Ansprache Richard und Christoph Breuer
Richard und Christoph
Richard und Christoph

Am Abend wurde es festlich. Bürgerschütze Lutz Schell war es „eine besondere Freude und Ehre“, die englischen Freunde zu einem gepflegten Mahl in seinem „Hotel Horchem“ begrüßen zu dürfen. Und so war der Speisesaal des Traditionshauses gut gefüllt. Nach Ansprachen von Richard Aldous, Christoph Breuer und Peter Dick überließ man sich der ungezwungenen Plauderei und dem schmackhaften Essen. Das gemeinsame Abendessen ist lang geliebte Tradition und Bestandteil der gegenseitigen Besuche.

Im vergangenen Jahr hatten Bürgerschützen und „Bearstedter“ das 25. Treffen auf der Insel groß gefeiert. Eine deutsch-englische Schützenfreundschaft auf rein privater Initiative ist durchaus etwas Besonderes, das man selten vorfindet. Keine Dachorganisation, kein Verband, kein offizieller Wettkampf steht dahinter, „lediglich“ die Bereitschaft und der Wille, diese Treffen aufrecht zu erhalten.

Schießwettkampf
Schießwettkampf

Am folgenden Samstag dann wurde es ernst, denn es stand zuerst der alljährliche Wettkampf auf dem Programm. Schon ab 9 Uhr morgens trafen die ersten Schützen auf dem Schießstand an der Flora ein, um sich im Kleinkaliberschießen zu messen. Jeweils zwei Wettkampfscheiben mussten stehend aufgelegt und liegend beschossen werden. Die sechs besten Schützen gelangten dabei in die Wertung. Was für die Monschauer in Bearsted ein echtes Problem ist, war hier für die Engländer ebenfalls schwierig. Die Distanz ist eine andere, außerdem schießen die Briten fast ausschließlich liegend, sind aber stehend-aufgelegt eher weniger geübt. So waren ihre Liegend-Ergebnisse durchaus mit denen der Monschauer vergleichbar, aber stehend zeigte sich doch die Überlegenheit der Gastgeber.

Siegerehrung
Siegerehrung

Auch diesmal traf am Ende des Durchgangs der Satz zu, den Richard Aldous, der Vorsitzende des englischen Schießclubs, einst formuliert hatte: „The hometeam always wins!“ Interessanterweise erzielten die Monschauer Sportschützen auf den Ring genau das Ergebnis des letzten Heimspiels vor zwei Jahren, die Engländer schnitten etwas schwächer ab. 1092 Ringe zu 907 (2013:1006) hieß am Ende. Sicher war auch ein entscheidender Faktor, dass die beiden Topschützen aus Bearsted, Ian Knox und Gary Nash, nicht mitgekommen waren; sonst wäre es vielleicht noch einmal knapp geworden. Die besten Schützen aus Bearsted waren Richard Aldous (166 Ringe) und Lew Hadler (165 Ringe), gefolgt von Kevin Kimber (164).

Auf Monschaus Seite teilten sich Hermann Weiss und Peter Dick den ersten Platz mit jeweils 184 Ringen, wobei Hermann mit 95 von 100 Ringen das höchste Einzelergebnis (stehend) und damit den ersten Rang für sich verbuchen konnte. Platz zwei belegte Martin Goffart mit 182 Ringen, dicht gefolgt von Harald Egerland und Georg Foerster (beide 181 Ringe).

Spaß am Ehrentisch
Spaß am Ehrentisch

Gegen Mittag hieß es dann „Schluss mit ernst“, denn dann stand das Feiern wieder im Vordergrund. Die Vorbereitungen waren getroffen worden für den Familienwandertag der Bürgerschützen. Während die Wanderfreunde unter Leitung des Bürgerschützenpräsidenten unterwegs waren, warfen die Mitglieder der Schießsportgemeinschaft den Grill an. Im Vereinsheim an der Flora gab es Kaffee und Kuchen, Herzhaftes wie verschiedene Salate, Putenspieße, Würstchen und Schweinenackensteaks wurden draußen angeboten. Ein großes Zelt schützte vor zu starker Sonne, die aber von allen Gästen sehr begrüßt wurde.

Ehrung Georg 'Beppo' Delvenne
Ehrung Georg 'Beppo' Delvenne
Karl Görgen
Karl Görgen

Schützenpräsident Kaulen widmete den englischen Freunden herzliche Worte und begrüßte die zahlreichen Gäste. Circa 50 Menschen hatten sich zum gemeinsamen Feiern an der Flora eingefunden, so viele Besucher hatte der Wandertag lange nicht mehr gehabt. Belohnt wurde man mit einem abwechslungsreichen Programm. Neben der Siegerehrung des deutsch-britischen Wettkampfs gab es auch diesmal wieder Ehrungen: Georg „Beppo“ Delvenne, der als 18-Jähriger Bürgerschütze geworden war, erhielt die goldene Vereinsnadel für 50-jährige Mitgliedschaft. Zehn Jahre länger schon hält Karl „Hyazinthen-Charly“ Görgen seinem Verein die Treue. Eine besondere Freude war es, dass er gekommen war, um seine Ehrenurkunde entgegen zu nehmen.

Ehrenkettenträger Georg Förster
Ehrenkettenträger Georg Förster
Übergabe Königsalbum anHermann I. (Weiss)
Übergabe Königsalbum an Hermann I. (Weiss)

Es dauert nicht mehr allzu lange, da wird in Monschau wieder ein großer Schützenzug mit Musik durch die Altstadt ziehen. Für diesen Moment leben die Bürgerschützen Montjoie, denn das war auch immer ihr Fest. Eine besondere Ehre ist es da, die Ehrenkette im Zug an der Seite des scheidenden und dann neuen Schützenkönigs tragen zu dürfen. Die Clemens-Breuer-Gedächtniskette wird traditionell am Familienwandertag für ein Jahr vergeben. Dafür müssen die Schützen natürlich zum Gewehr greifen, aber bei diesem Wettkampf geht es hauptsächlich um die richtige Portion Glück. Denn es reicht nicht nur, die Scheibe ins Schwarze treffen. Ex-Königin Babs war die Glücksfee, die nach dem Schießen Spielkarten zog. Die richtige Ringzahl hatte Georg Foerster erwischt. Der Vogelbauer der Bürgerschützen wird zur nächsten Kirmes der Kettenträger sein.

Siegerin Damenschießen: Anni Fröhlich
Siegerin Damenschießen: Anni Fröhlich

Die Damen erhielten ihren eigenen Wettkampf, bei dem es um ein Präsent aus Monschaus Senfmühle ging. Auch hier wieder sollten die Karten entscheiden, die amtierende Schützenmajestät Ralf II. (oder Übbes I.?) Grefen ermittelte die Glückszahl. Drei Damen durften ins Stechen, unter ihnen eine Schützin aus England – Kathy Kimber. Im zweiten Durchgang dann war die erfolgreichste Dame die Siegerin aus dem Vorjahr – wieder war Anni Fröhlich nicht nur das Glück hold, sie hatte auch eine sichere Hand gezeigt.

Gefeiert wurde lustig bis in den späten Abend – wen wundert’s bei einem solchen Traumwetter?

Am nächsten Morgen mussten die Schützen aus England wieder den Heimweg antreten – mit repariertem Auto und den besten Wünschen für eine glückliche Heimreise. „See you next year!“, lautete das Versprechen, das allgemein gegeben wurde – dann sieht man sich auf der Insel, sehr wahrscheinlich, um dort mit Pauken und Trompeten zu verlieren, wenn das „hometeam“ den Sieg behält.