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„Schau’ hin und tu‘ was!“ – Die Bürgerschützen machen mit! (22. Oktober 2014)

Kinder- und Jugendschutz im Ehrenamt

Monschau. Die Aula des St. Michaels-Gymnasiums war gut gefüllt. Zahlreiche Vertreter von Vereinen aus dem Monschauer Land waren der Einladung der Polizei Aachen und dem Amt für Kinder, Jugend und Familienberatung der Städteregion sowie der Fachberatungsstelle Monschau zu einer Informationsveranstaltung gefolgt. Das Thema war und ist durchaus brisant: „Hinsehen… Aufklären… Handeln!“. Unter diesem Titel verbargen sich mehrere Vorträge zum Thema „Prävention von sexuellem Missbrauch in Vereinen mit Kinder- und Jugendabteilungen“. Ziel dieser Aktion sollte sein, Kenntnisse über Präventionsmaßnahmen bei sexueller Gewalt zu vermitteln und dabei gleichzeitig zu motivieren, aktiv etwas gegen Missbrauchsfälle in Vereinen zu erkennen, sie frühzeitig zu erkennen und aufzuklären.

Der Hintergrund: Der Bundesgesetzgeber hat das Bundeskinderschutzgesetz vor allem im Hinblick auf die Arbeit freier Träger in der Kinder- und Jugendarbeit ergänzt und den Abschluss einer „Vereinbarung zum Schutz von Kindern und Jugendlichen durch Tätigkeitsausschluss einschlägig vorbestrafter Person“ zwischen Jugendamt und freien Trägern bestimmt.

Die Jugendämter in der Städteregion Aachen haben zu dieser gesetzlichen Vorgabe ein Jugendschutzkonzept gemeinsam umgesetzt. Zu den Bausteinen dieses Konzepts gehören unter anderem auch diverse Informationsveranstaltungen zu den Themen „Umsetzung des Bundeskinderschutzgesetzes“, „Richtig handeln bei Kindeswohlgefährdung“ und „Sexueller Missbrauch in Vereinen“.

Was hat das alles mit den Bürgerschützen Montjoie 1361 zu tun?

„Sexueller Missbrauch ist alltäglich“, erklärte Angelika Degen von der Fachstelle gegen (sexuelle) Gewalt an jungen Menschen Stadt Aachen & Städteregion. „Sie findet im direkten sozialen Umfeld der Opfer statt: In der Familie, in der Verwandt- und Bekanntschaft und in Vereinen.“ Sie stellte in ihrem Einführungsvortrag ein typisches Täter- sowie Opferprofil vor und erklärte, wie die Dynamik eines Missbrauchs in der Regel aussehe. Danach berichtete Michael Leblanc (Leiter der Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche in Monschau“ von den Angeboten und Maßnahmen der Fachberatungsstelle. Im Anschluss stellte Nicole Frohne von der Kripo Aachen Informationen zu Strafverfolgungszwang, Strafanzeige und Ermittlungen dem interessierten Publikum vor. Zuletzt sprach Ralf Pauli vom Amt für Kinder, Jugend und Familienberatung der Städteregion Aachen vom Stand der Umsetzung des neuen Bundeskinderschutzgesetzes. „Immer mehr Vereine aus der Region machen mit“, freute er sich: „Aber alle sollten mitmachen und den Eltern der Kinder im Verein ein gutes Gefühl geben!“

Nun haben die Bürgerschützen Montjoie in ihrer Schießsportgemeinschaft derzeit eine ziemlich überschaubare Zahl an Jugendlichen; von daher könnte man meinen, dass diese Thematik den Schützenverein eigentlich wenig betreffe. „Darum geht es nicht“, macht Vereinspräsident unmissverständlich deutlich: „Wir wollen ein deutliches Zeichen setzen. Bei uns sind Kinder und Jugendliche in guten und vor allem sicheren Händen.“ Der Vorstand hatte von daher auch entschieden, sich an dem Schutzprogramm der Städteregion zu beteiligen. Das bedeutet, dass der Verein sich an einem Prüfverfahren beteiligt, welches das Kindeswohl garantieren soll. So kann es durchaus sein, dass diejenigen, die verstärkt und enger mit Kindern und Jugendlichen auf Vereinsebene zusammenarbeiten, wie zum Beispiel Trainer und Jugendbetreuer, ein erweitertes Führungszeugnis nachweisen müssen. „Die Bürgerschützen haben damit kein Problem“, so Kaulen. Sie verfügen mit dem Schießleiter Peter Dick und Harald Egerland über zwei ausgebildete Jugendbetreuer. Durch das Logo „Wir sind dabei!“ der Städteregion Aachen machen sie deutlich, dass sie voll und ganz hinter dem Schutz von Kindern und Jugendlichen stehen. Außerdem fungiert dieses Logo (es existiert auch eine dementsprechende Urkunde) quasi als ein Qualitätszertifikat. Das Logo wird also auch auf der Webseite zu sehen sein.