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Königlicher Heiratsantrag auf dem Kirmesball (06. – 10. September 2013)

Monschaus neuer Schützenkönig ist ein Romantiker. Die Liberatus-Prozession fiel aus

Monschau. Die Kirmes hat Tradition in Monschau und ist doch immer wieder anders. Ganz traditionell begann das Fest mit dem Kinderfackelzug. Viele Kinder sind es leider nicht mehr, die sich mit ihrem selbst gebastelten Laternchen aufmachen, um damit das Kirchweihfest einzuleiten, und doch bleibt dieser spezielle Fackelzug, nicht zuletzt dank der Unterstützung der Trommler und Pfeifer Imgenbroich/ Monschau, eine stimmungsvolle Angelegenheit.

Kinderzug
Trommler und Pfeifer

Am Kirmessamstag dann stellten sich die Schützen am Marktplatz auf und schenkten ihrem neuen König Hermann I. (Weiß) seinen ersten Fackelzug, den er sichtlich genoss. Die Ortsvereine gaben ein stimmungsvolles Bild, verstärkt wurde dieses durch die Präsenz der St. Sebastianusschützen aus Rurberg, die es sich nicht hatten nehmen lassen, ihrem Schützenmitglied Hermann als der neuen Monschauer Majestät ihre Aufwartung zu machen. Gemeinsam zog man durch die stimmungsvolle Altstadt bis zum Handwerkerdorf, wo der diesjährige Kirmesball stattfand. Der Kirmesball, so hatten es die Bürgerschützen Montjoie auf einer Mitgliederversammlung beschlossen, ist offen für alle Monschauer und für die Besucher der Stadt. Das Handwerkerdorf war schon 2002, zum Jubiläum der 50jährigen Wiederbegründung des Vereins, Gastgeber der Schützen gewesen.

Marktplatz
Fackelzug für Hermann I. (Weiß)

Nach einer Begrüßungsansprache des Präsidenten Georg Kaulen gab es eine schöne Überraschung, die nicht wenigen Gästen die Veranstaltung versüßte: Die neue Majestät, die nach eigener Aussage „bis heute noch nie meine Frau im Kleid gesehen“ hatte, nutzte die Gelegenheit und machte der neuen Königin Barbara einen zweiten Heiratsantrag. 13 Jahre sei man nun standesamtlich verheiratet, nun wolle er sie noch einmal heiraten – in der Kirche! Unter Applaus wurde der Antrag angenommen. Wer sagt auch schon „Nein“ zu einem König?

Ball-Eröffnung
Königlicher Heiratsantrag

Standesgemäß wurde mit dem Königswalzer begonnen. Das amtierende Königspaar tanzte zur stimmungsvollen Musik von Trommler- und Pfeiferkorps und der Musikvereinigung Montjoie auf, dann rief der Präsident Ehrenkönig Heinz Mertens mit Gattin Rita auf die Tanzfläche, schließlich alle weiteren Ex-Könige.

Für die weitere musikalische Unterhaltung sorgte Monschaus „Starlight Project“ mit Musik vom Band. Dass die Musikauswahl gut ankam, konnte man an der dicht bevölkerten Tanzfläche sehen. Gefeiert wurde bis in die späte Nacht.

Schützenkönig Hermann I. (Weiß) mit seiner Königin Barbara
Königswalzer

Frühstück bei Ex-Majestät Peter (IV.) Kutsch

Um 6 Uhr morgens begann für die ganz Harten der Kirmessonntag. Musiker des Trommler- und Pfeiferkorps, einige Schützen und weitere Monschauer hatten sich bei strömendem Regen in Menzerath bei der frischen Ex-Majestät Peter IV. (Kutsch) getroffen und nahmen dort ihr reichhaltiges Frühstück ein. Die Wetterverhältnisse waren so gnadenlos, dass man sich entschloss, per Autos und nicht per pedes in die Altstadt zu ziehen. Dort aber wurde dann umso lauter musiziert: Das Kirmes-Wecken hatte begonnen! Tapfer trotzten die Teilnehmer dem Regen und liefen die Stationen ab. Einmal mehr vermisste man die legendäre Station, die das Wecken immer zum Fest gemacht hatte: das Hexenhäuschen von Marlies Mevissen!

Wecken im Regen

Nach der Kirmes-Messe erfolgt traditionell die Liberatus-Prozession, bei der der Stadtheilige von der Aukirche am Marktplatz zur alten Monschauer Pfarrkirche getragen wird. Auch hier musste man dem Regentag Tribut zollen: Die Prozession fiel aus. Der anschließende Kirmes-Frühschoppen im Kolpinghaus op d’r Ley dagegen wurde nach schleppendem Beginn ein großer Erfolg.

Am Montag standen erst einmal die Kinder im Vordergrund, die traditionelle Kinderbelustigung fand auf dem Marktplatz statt. Ganz so traditionell, wie man es mit vielen Spielen geplant hatte, war das dann doch nicht. So erhielten die Kinder von der neuen Majestät Freikarten für die Fahrgeschäfte. Gegen 18 Uhr endete die Regentschaft des alten Bierkönigs. Die Bierköniggesellschaft ließ noch einmal René I. (Zorn) und Uschi I. (Gillesen) hoch leben und machte sich dann zur evangelischen Brücke auf, um ein neues Königspaar zu ermitteln. Per Steinwurf von der Brücke aus muss eine Bierflasche in der Rur getroffen werden, wenn man königliche Weihen erlangen will. Thomas Bender war schließlich mit dem 106. Wurf erfolgreich und darf Helm und Kronkorken-Weste eine Saison lang tragen. Bei den Damen reichte schon der 68. Wurf, der Michaela Scheffen zur diesjährigen Bierkönigin machte.

Der Kirmesdienstag beschloss das Fest. Die Schützen trafen sich zum Königsfrühschoppen, der diesmal sehr lange andauerte und einen Getränkerundenrekord verbuchen konnte, die Damen feierten die neue Königin Barbara I. (Weiß) beim Damenkaffee.

Wir wünschen der neuen Majestät Hermann I. und seiner Königin Barbara eine schöne Regentschaft!

Mögen sie königliche Milde walten lassen!