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Monschau hat zwei neue Majestäten (31. August 2013)

Schützenfest der Bürgerschützen Montjoie. Hermann Weiß und Ralf Kaiser erlangen königliche Würden

Monschau. Die Altstädter hatten Glück, denn trotz schlimmer Wetterberichte blieb das Schützenfest weitgehend trocken, und so konnten zwei neue Majestäten auf dem Burgau ausgeschossen werden: Nach einem spannenden Wettkampf regiert Hermann-Frank Weiß Monschau nun für ein Jahr, die Jugend wird von Ralf Kaiser vertreten.

Die erste Parade: Hermann I. (Weiß)
Die erste Parade: Hermann I. (Weiß)

Schon am Freitagabend hatte die bis dahin regierende Majestät Peter IV. Kutsch seinen letzten Fackelzug durch die Altstadt erhalten. Am Tag darauf hieß es endgültig Abschied nehmen. Hatte es zu Beginn des Festzugs noch geregnet, schien dem scheidenden König nun die Sonne. Schützenpräsident Georg Kaulen bedankte sich herzlich, Peter Kutsch sei ein milder König gewesen und habe immer alles getan, um bei den Veranstaltungen seines Vereins dabei zu sein. Er bedankte sich ganz herzlich bei der Freiwilligen Feuerwehr Monschau, dem Trommler- und Pfeiferkorps Kalterherberg, das musikalisch bei diesem Fest für die richtige Stimmung sorgte und bei den Kindern des Tura, die an eine alte Tradition angeknüpft und den Festzug mit geschmückten Fahrrädern begleitet hatten. Mit etwas Wehmut und ganz viel Dank verabschiedete sich Peter IV. von seinen Schützen und den Monschauern. „Die Endlichkeit“, so der scheidende König, „macht das Besondere der Monschauer Königswürde aus!“ Mit der Ablegung der Königskette endete die Regentschaft dann – nun hieß es eine neue Majestät zu ermitteln!

Jungschützenkönig Ralf Kaiser
Jungschützenkönig Ralf Kaiser

Zuerst aber war die Jugend dran, denn auch Patrick Baales, der zuletzt erfolgreiche Jungschützenkönig musste sein Amt abgeben – zur Erinnerung bleibt ihm eine Anstecknadel. Nico Böhmer, Dustin Bongard und Ralf Kaiser hatten sich bei der Schießleitung am Burgau gemeldet, um unter sich die Würde des Jungschützenkönigs 2013 auszumachen. Diese wird bei den Bürgerschützen mit dem eingespannten Kleinkalibergewehr ermittelt. Schießleiter Peter Dick hatte einen passenden Holzvogel geschnitzt, der nun auf dem Schießstand montiert wurde. Die Jungschützen taten ihr Bestes und landeten gute Treffer. Mit dem 42. Schuss fiel das Tier von der Stange und Ralf Kaiser konnte die Glückwünsche entgegen nehmen: Die Bürgerschützen freuen sich, einen neuen Jungschützenkönig zu haben. Ein Jahr lang wird Ralf die Schützen bei ihren Veranstaltungen begleiten.

Ohne Umschweife ging man zum nächsten, von vielen Zuschauern mit Spannung erwarteten Wettkampf über. Christoph Breuer, Schießmeister der Bürgerschützen, wechselte nur rasch das Gewehr, denn der große Wettbewerb um die Königswürde wird in Monschau mit der Donnerbüchse ausgetragen.

Schützenkönig Hermann I. (Weiß)
Schützenkönig Hermann I. (Weiß)
Jubelzug durch Monschau
Jubelzug durch Monschau
Gratulation und Blumenstrauß
Gratulation und Blumenstrauß

In Vertretung der Bürgermeisterin eröffnete Peter Theißen den Wettkampf, und das trotz verletzter Hand. Die beiden folgenden Schüsse gehörten Präsident Georg Kaulen und der Majestät des vergangenen Schützenjahres, Peter Kutsch, der mit seinem Eröffnungsschuss gleich den Kopf vom massiven Tier herunterschoss. Dann konnten die Aspiranten auf die Königswürde zeigen, was sie konnten. Und wieder zeigte sich, dass der Wettkampf mit der Donnerbüchse bei den Bürgerschützen mit großer Ernsthaftigkeit ausgetragen wird. Noch im dritten Durchgang zeigten sich acht Kandidaten, die bis zum Schluss auf den Vogel draufhalten wollten: Klaus Stollenwerk, Hans Peter „Pepe“ Koll, Uwe Kappe, Bernd Maaßen, Christian Bär, Stefan Ortmanns und Ingo Mertens. Man sieht also, dass die Bürgerschützen – im Gegensatz zu zahlreichen Schützenvereinen – kein „Königsproblem“ haben. Die allen offene Möglichkeit, König zu werden, garantiert spannende Wettkämpfe auch in Zukunft. Nachdem Pepe Koll mit seinem ersten Schuss das Zepter und Tobias Schell, König von 2009, den Reichsapfel heruntergeholt hatten, zeigten sich rasch immer mehr Einschläge im hölzernen Ziel. Der 35. Schuss brachte die Entscheidung: Um 16.15 Uhr durfte Hermann-Frank Weiß die Arme hochreißen – Hermann I. wird nun ein Jahr lang König der Bürgerschützen Montjoie sein!

Umlegen der Königskette
Umlegen der Königskette

Nachdem ihm die Kette umgelegt worden war, stellte man sich für den Jubelzug durch die Altstadt auf. Mit der Unterstützung der hervorragend aufspielenden Musiker aus Kalterherberg zog man vom Burgau in die Stadt ein. Immer wieder musste der Zug unterbrochen werden, weil es sich, einer wunderbaren Tradition folgend, die Monschauer Gastwirte nicht nehmen ließen, die neue Majestät und ihr Gefolge angemessen zu bewirten: Blumensträuße und Erfrischungsgetränke wurden gereicht, die Altstädter zeigten sich begeistert von dem Monschauer Jung, einem Bürgerschützen in dritter Generation.

Schneewalzer
Schneewalzer
vor dem Roten Haus
vor dem Roten Haus

Der traditionelle Schneewalzer vor dem Roten Haus fiel diesmal etwas anders aus: Die Musik musste vom Band eingespielt werden, da die ansonsten großartigen Kalterherberger den Monschauer Königswalzer nicht im Repertoire führen; auch musste mehrmals unterbrochen und der Platz geräumt werden, da der Löschzug Altstadt der Freiwilligen Feuerwehr zu einem Einsatz gerufen wurde. König Hermann I. und Königin Barbara brachten den Tanz dann aber tapfer und in harmonischem Einklang zuende.

Inthronisation im Kolpinghaus
Inthronisation im Kolpinghaus

Im Kolpinghaus schließlich fand die Inthronisation statt. Bei schönerer Wetterlage hatte man dafür den Marktplatz vorgesehen, nun war man doch allgemein froh, diesen traditionellen Ort nutzen zu können. Die Musiker aus Kalterherberg verabschiedeten sich standesgemäß mit einer Zusatzvorstellung, dann konnte der neue König ins Amt gebracht werden.

Präsident Georg Kaulen stellte den Monschauern ihre neue Majestät vor. Seit zwei Jahren nun sei er Mitglied der Schützen und habe damit das Erbe von Großvater und Vater angetreten. Immer hilfsbereit, sei er auch diesmal wieder eingesprungen, als es darum galt, einen Ersatz-Fahnenträger zu finden. Als Präsident überreichte Kaulen Hermann I. den Orden der Schützen, als Ortsvorsteher der Altstadt überbrachte er die Glückwünsche und das traditionelle Präsent der Stadt Monschau, ein Schweizer Taschenmesser.

Siegerfoto Seiner Majestät Hermann I. (-Frank Weiß)
Siegerfoto Seiner Majestät Hermann I. (-Frank Weiß)

Der frisch gebackene König richtete sich mit Dank an sein Publikum. Neben den teilnehmenden Vereinen gelte sein Dank vor allem seinem Vater, der ihn in die Schützentradition und das Schießen eingeführt, und seiner Frau Barbara, die ihn in seinem Wunsch, die Königswürde zu erlangen, bestärkt habe: „Dann halt‘ jetzt einfach bis zum Schluss drauf auf den Vogel!“ Zum Schluss forderte der neue König seine Schützen auf, ihn beim morgigen Stadtschützenfest nach Imgenbroich zu begleiten. Darüber hinaus freue er sich schon auf das nächste Wochenende, wenn es die Monscher Kermes zu feiern gelte.

Schützen durch Monschau
Schützen durch Monschau

Bevor man ans Feiern gehen konnte, erfolgte, ebenfalls anknüpfend an eine alte Tradition, die Übergabe der wichtigsten Pokale an die erfolgreichen Sportschützen der Bürgerschützen. Danach wurde noch ausgiebig gefeiert. Ehrenkönig Heinz Mertens und Ehrenmitglied Christian Waldeck, der für die musikalische Stimmung sorgte, gaben sich ein Stelldichein und sangen im Duett zu Liedern der Bläck Fööss. Später wurde noch in Monschauer Kneipen weiter gefeiert – die neue Majestät zog mit den Schützen ins MON-Bistro.

Die Bilanz des Schützenfestes 2013 zeigt, dass wir in Monschau über ein sehr vitales Schützenleben verfügen: Vor allem die ungebrochen rege Teilnahme am Königsschießen beweist, dass die Regelung, dass jeder in Monschau König werden kann, ohne Rücksicht auf Geburt, Stand oder Portemonnaie, richtig ist. Die Königswürde ist attraktiv, der Wettkampf beliebt und immer spannend!