Was ist Neu | Aktuelles | Sitemap | Impressum | Kontakt

Eine wichtige Bürgerschützen-Adresse (2. Juni 2012)

Ludwig Mathars Wohnhaus in der Eschbachstraße schmückt nun eine Gedenk-Plakette

Bürgerschützen

und Monschauer Bürger

Monschau. Knapp 20 Bürgerschützen, mehrere Monschauer Bürger und prominente Gäste hatten sich am Samstagvormittag vor dem Haus Eschbachstraße Nr. 12 versammelt, um eine Gedenktafel der Öffentlichkeit zu präsentieren und eines ganz besonderen Monschauers zu gedenken.

Hans-Josef Hilsenbeck

"Ludwig Mathar war einer der bedeutendsten Bürger dieser Stadt", würdigte Hans-Josef Hilsenbeck den Geehrten, "denn er hat Monschau und seine Menschen durch seine zahlreichen Bücher in ganz Deutschland bekannt gemacht!" Der stellvertretende Städteregionsrat war einer der "prominenten Gäste", die Klaus Hilgers in seinem Amt als Vorsitzender der Ortsgruppe Monschau des Eifelvereins begrüßen durfte. In seinem Grußwort erinnerte Hilsenbeck an Mathars ersten Roman "Die Monschäuer" und verwies auf die hohe Produktivität des Schriftstellers, der nicht nur als Heimatautor, sondern auch als Historiker tätig war.

Klaus Hilgers

Zwei bis drei Romane pro Jahr in seiner produktivsten Zeit, darüber hinaus Gedichtbände, Bühnenstücke und - was die wenigsten wissen - ein Drehbuch zu einem bemerkenswerten Film über die Rekultivierung des Hohen Venns habe er verfasst. 1932 dann sei er Ehrenbürger der Stadt Monschau geworden. Der Zweite Weltkrieg sorgte für eine Zäsur seines Schaffens - danach vermochte er an seine großen literarischen Erfolge nicht mehr anzuknüpfen. Nach dem Krieg aber gewann der Lehrer und Schriftsteller in seiner Vaterstadt eine neue Bedeutung. "Ludwig Mathar war maßgeblich an der Neugründung der Bürgerschützen Montjoie beteiligt und wurde denn auch ihr erster Präsident nach dem Krieg."

Georg Kaulen

Der amtierende Präsident und Schützenkönig der Bürgerschützen, Georg Kaulen, trat in seiner Funktion als Ortsvorsteher der Altstadt im Schützenanzug vor das Publikum und vertiefte gerade diesen wichtigen Aspekt Mathars. Er erinnerte an die Gründungssitzung, in der der Heimatdichter mit 34 Interessierten den alten Monschauer Schützenverein neu belebte. Mit großem Bedacht habe er, so Kaulen, den Namen "Bürgerschützen Montjoie 1361" gewählt und habe darauf Wert gelegt, dass dadurch an die alte Schützentradition in Monschau angeknüpft werde. Die Handschrift Mathars sei auch heute noch spürbar, zum Beispiel am Ablauf der Monscher Kermes und des Sitzungskarnevals, der über lange Zeit als "Fronttheater" von den Schützen ausgerichtet worden sei.

Albertus Mathar

Vor den Grußrednern hatte Ludwig Mathars Sohn und Bürgerschützen-Ehrenmitglied Albertus Mathar das Wort ergriffen. Vor dem Haus seiner Familie stehend, gab er einen sehr persönlichen Rückblick auf die Geschichte des historischen Fachwerkhauses am direkten Rurufer. Er las aus einem Tagebucheintrag seines Vaters vor und berichtete über den Kauf des Hauses im Jahr 1928. 1935 habe dieser das Haus gründlich renoviert und von da an bis 1970 habe die Familie das Haus bewohnt. In seinem Studierzimmer habe Mathar bis zu seinem Tod im Jahr 1958 mehrere seiner Bücher verfasst. Im Namen seiner Familie dankte Albertus Mathar dem Eifelverein und der Familie Kaulard für diese Gedenkplatte, die die Erinnerung an seinen Vater wach halte: "Ich bin mir sicher, dass die alten Monschauer Lütz Mathar nicht vergessen werden!"

Hans Röseler schloss daran einen Vortrag des Vorworts aus Mathars "Wunder der Heimat" an.

Es war eine würdige kleine Gedenkveranstaltung. Und die Platte neben der Tür des Hauses Nr. 12 in der Eschbachstraße wird mit sehr großer Sicherheit noch häufiger von den Monschauern betrachtet werden - und ganz besonders von den Bürgerschützen, die ihrem Wiederbegründer so viel zu verdanken haben!