Was ist Neu | Aktuelles | Sitemap | Impressum | Kontakt

„Nur för de Freud“: Neusser Schützen zu Gast in Monschau

Gutes Wetter und gute Laune: Vogelschießen der Damen und Herren am Burgau (03.10.2011)

Monschau. Die große Jubiläumskirmes war gerade einmal vorbei, da durften die Bürgerschützen wieder aktiv werden, denn für den „Tag der deutschen Einheit“ hatten sich Gäste aus Neuss angekündigt. Sie wollten gleich zwei Vögel mit dem Kleinkalibergewehr ausschießen.

Eröffnungsschuss der amtierenden Majestät Johannes Selders

„Wir sind keine Sportschützen“, erklärte die amtierende Majestät Johannes Selders mit einem breiten Grinsen, „wir sind eher Schürzenjäger!“

22 Schützen waren über das lange Wochenende nach Monschau gekommen. Am Sonntag waren sie im Hotel Carat eingecheckt und hatten sich gemeinsam das Städtchen angesehen, alles bei feinstem Spätsommerwetter, das sie – wie sie scherzhaft behaupteten – „nach Monschau mitgebracht“ hätten. Ein sonniges Gemüt hatten unsere Gäste allemal – darauf deutet schon ihr Name: „Nur för de Freud“ nennt sich der Grenadierzug des Grenadierkorps Neuss – Furth 1932. Im Jahre 1965 hatten sich acht junge Männer zu diesem Zug zusammengefunden; fünf Gründungsmitglieder sind heute noch aktiv. Das Grenadierkorps selbst gehört dem Regiment der St. Sebastianus-Schützenbruderschaft Neuss – Furth e.V. an. Wenn man als Monschauer Schütze einen Blick auf die Homepage dieses ehrwürdigen Vereins wirft, dann ist man allein schon von den Dimensionen beeindruckt.

Den Bürgerschützen war es jedenfalls eine Ehre, die Neusser als Gäste am Burgau begrüßen zu dürfen. Präsident Georg Kaulen und Vizepräsident Heinz Mertens freuten sich, als die Schützen gut gelaunt eintrafen. Die Schießleitung besorgte an diesem Tag Peter Dick. Georg Foerster, Klaus und Christopher Stollenwerk, Harald Egerland und zeitweise Tobias Schell sorgten für Aufbau und Sicherungsdienste. Vorstand und Schießsportgemeinschaft übernahmen also die Betreuung – und vor allem die Bewirtung. An Verpflegung mangelte es nicht. Die Neusser Schützen zeigten sich sehr großzügig, sich selbst, aber auch ihren Gastgebern gegenüber: Schnitzel, Frikadellen, Hähnchenschenkel und belegte Brötchen hatten sie organisiert, dazu eine heiße Suppe. „Solche Gäste hat man gerne“, meinte auch Klaus Stollenwerk und ließ es sich schmecken. Überhaupt herrschte eine überaus lustige und immer herzliche Stimmung; man verstand sich auf Anhieb gut.

Zugmajestät Heidi I. (ganz links)

Die Neusser schossen zwei Vögel aus. Beim ersten versuchten die männlichen Schützen erst einmal Kopf, Flügel und Schwanz abzuschießen. Als der Kopf dann schließlich nach ca. 150 Schuss weg war, gab es erst einmal Mittagspause. Danach ging es gemütlich weiter. Nun sollten die Damen den Rumpf wegschießen, um die neue Zugkönigin zu ermitteln. Der stilisierte Vogel entpuppte sich aber als sehr zäh. Die Neusser Schützendamen dachten jedoch überhaupt nicht ans Aufgeben, auch wenn man immer wieder ganz undamenhafte Flüche („Komm doch endlich ‚runter, du zähes XXX-Vieh!“) vernehmen konnte. Nach dem 197. Knall war es dann endlich so weit. Heidi Palmen hatte schon nicht mehr daran geglaubt – nun wurde sie als Heidi I. die neue weibliche Zugmajestät!

Danach machten die Damen erst einmal ausgiebig Pause und verließen den Schießplatz, um sich zu erfrischen. „Wenn ihr nur halb so lange braucht wie wir, dann haben wir viel Zeit!“, war ihre Einschätzung. Doch die Herren hatten mit ihrem Vogel entweder mehr Glück, oder sie sind doch einfach bessere Schützen: Mit dem 42. Schuss holte Josef Drieb den hölzernen Kameraden herunter und feierte als Josef III. seine dritte Regentschaft.

Königsschuß
Krönung Josef III. (Drieb)

Bei „Nur för de Freud“ ist jedoch so einiges anders. Die amtierende Majestät Johannes Selders musste zwar die Königskette seinem Nachfolger überreichen, seine Regentschaft setzt jedoch erst jetzt ein. Das soll ein Bürgerschütze noch verstehen!?! Trotz des langen Schießens war die Stimmung bis zum Ende wunderbar. Mit einer individuellen Urkunde bedankten sich die Neusser Schützen ganz herzlich bei Georg Kaulen für die Monschauer Gastfreundschaft. Wir können nur erwidern: Ihr wart tolle Gäste, und ihr könnt immer wieder kommen! Vielleicht entwickelt sich ja sogar eine ganz spezielle Schützenfreundschaft?

Danke der Neusser Schützen an Georg Kaulen
Johannes Selders