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Bürgerschützen sind Mitglied im Rheinischen Schützenbund

Mitten in den Jubiläumsfeierlichkeiten traf die Bestätigung der Vereinsaufnahme ein (14.09.2011) 

Monschau/ Leichlingen. Es ist geschafft: Dem Vorstand liegt die Bestätigung vor, dass die Bürgerschützen 1361 e.V. nunmehr Mitglied im Rheinischen Schützenbund geworden sind. Auf der letzten Generalversammlung vom 21. März 2011 war man zu dem einstimmigen Beschluss gelangt, die Mitgliedschaft zu beantragen. Man wollte endlich Sicherheit erlangen in einer Zeit, in der der Schießsport durch Amokläufe und geistig verwirrte Täter immer mehr in Verruf gekommen ist.

Schützenvereine, die keinem anerkannten Schießsportverband angehören, sind seitdem nicht mehr gewollt und befinden sich rechtlich in einer gefährlichen Schwebelage. Das beginnt beim Schießsport und hört beim Königsvogelschießen auf (oder umgekehrt – wie man will). Will man ein Schießen durchführen – egal, ob es sich dabei um ein Traningsschießen oder um einen Wettkampf handelt -, dann benötigt ein Verein eine verantwortliche Person, die die Aufsicht darüber führt. Diese wurde früher immer vom Verein bestellt, indem man auf erfahrene Schützen zurückgriff. Mittlerweile aber wird verlangt, dass diese Personen darüber Zertifikate vorweisen, die man als Mitglied eines Verbandes bei diesem nach vorhergegangener Schulung erwerben kann. Das gilt ebenso für das Königsvogelschießen. Ein Schützenverein - so ein Ausbilder in Sachen Waffenrecht -, der keinem Verband angehöre, sei schießsportlich so gut wie erledigt und könne alsbald seinen Betrieb schließen. Die Bürgerschützen, die seit 1959 über eine Schießsportgemeinschaft verfügen und seit Menschengedenken auf den Vogel mit Donnerbüchse schießen, würden früher oder später jeglichen Schießbetrieb einstellen müssen. Die einzige Lösung lautete, Mitglied in einem Verband zu werden. In die engere Wahl kamen der Rheinische Schützenbund (RSB) als Unterabteilung des Deutschen Schützenbundes (DSB) oder der Bund der Historischen  Deutschen Schützen (BHDS). Letzterer vereinigt die Schützenbruderschaften, die sich unter dem Motto „Glaube, Sitte, Heimat“ versammeln und eine enge Anbindung zur Kirche haben. Diese Tradition gibt es bei den Bürgerschützen nicht. So lag es nahe, dass man sich eher dem Rheinischen Schützenbund zugeneigt fühlte, der die Aspekte „Schießsport“ und „Tradition“, aber ohne explizite Anbindung an die Kirche, gleichwertig im Programm hat.

Der Fachverband des RSB ist der Deutsche Schützenbund mit mittlerweile 1,6 Millionen Mitgliedern – damit ist er der viertgrößte Sportverband es Deutschen Sportbundes. Das Verbandsgebiet des RSB entspricht der alten Rheinprovinz, wobei sich der RSB in drei Gebiete aufgliedert: Das Gebiet „Nord“ entspricht ungefähr dem Regierungsbezirk Düsseldorf, das Gebiet „Mitte“ entspricht ungefähr dem Regierungsbezirk Köln und das Gebiet „Süd“ erstreckt sich im Bundesland Rheinland-Pfalz bis Trier, Idar-Oberstein, Worms, Mainz und Alzey. Besonders wichtig für die Vereine ist die Lobbyarbeit des Verbands. In Fragen der Waffenbefürwortungen, des Schießstandbaus und des Umgangs mit Behörden ist man heutzutage ohne kompetenten Partner, der einem beratend zur Seite steht, ziemlich allein. Vor allem kommt man nur schwer an lebensnotwendige Aus- und Fortbildungen (Waffensachkunde, Schießstandaufsicht, Schießleiter etc.) ohne Verbandszugehörigkeit heran. Über Verbände kann man auch Zuschüsse beantragen, günstige Versicherungsverträge sind an eine Verbandsmitgliedschaft gekoppelt. Der RSB fördert jedoch nicht nur den Schießsport, sondern auch die Tradition. Wenn man will, kann man an Wettkämpfen aller Art teilnehmen, auch beim Bundeskönigsschießen oder den Rheinischen Schützentagen.

Man kann, aber man muss nicht. Das war auch etwas, das den Bürgerschützen sehr wichtig war: Am Verein selbst durfte sich nichts ändern, man wollte auf jeden Fall seine Unabhängigkeit und Selbstständigkeit bewahren. Das ist mit einer Mitgliedschaft im RSB gewährleistet. Der Verein erhält die Sicherheit, die er braucht und bringt sich waffenrechtlich und in puncto Sicherheit auf den neuesten Stand; für die Mitglieder des Traditionsvereins ändert sich dabei nichts.

Für den Vorstand war eines ganz wichtig: Man wollte sich im Jubiläumsjahr 2011 nicht nur feiern, man wollte auch den Verein für die Zukunft sichern – und zwar als Schützenverein. Das ist uns nun mit der Mitgliedschaft im RSB gelungen. Wir freuen uns auf eine starke Partnerschaft in einem starken Verband und in guter Gesellschaft; so sind die Aachener Karlsschützen z.B. schon lange Mitglied des RSB, auch die uns bekannten Burtscheider Tellschützen.