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Bürgerschützen zeigen ihre Schätze

Ausstellung in der Sparkasse Monschau Auftakt der Jubiläumsveranstaltungen.
Buch zur Ausstellung ein „dicker Brocken“ (01.September 2011)

Axel Wirtz, Alexander Lenders, Guido Breuer, Hans-Josef Hilsenbeck

Monschau. Die großen Jubiläumsfeierlichkeiten der Bürgerschützen wurden mit der Eröffnung einer Ausstellung in der Schalterhalle der Monschauer Sparkasse eingeläutet. Neben wertvollen Exponaten wie dem alten Königssilber, einer alten Donnerbüchse und der alten Festfahne waren auch viele Fotos und nicht zuletzt ein altes Filmdokument zu bewundern. Rund 50 Besucher hatten sich am Donnerstagabend in der Monschauer Sparkassenfiliale eingefunden, darunter Ehrengäste wie der Landtagsabgeordnete Axel Wirtz, der die Schirmherrschaft über die Jubiläumsfeierlichkeiten der Bürgerschützen übernommen hat, der stellvertretende Städteregionsrat Hans-Josef Hilsenbeck und Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter; aber es waren vor allem viele Schützen in Schützenanzug erschienen, um sich das einmal anzuschauen, was der Vorstand für seine Mitglieder arrangiert hatte.

In der Mitte der Halle steht in einer Glasvitrine ein Bürgerschützenkönig, eine Schaufensterpuppe im Bürgerschützendress mit der aktuellen Königskette um den Hals. In der Hand hält er eine der alten Donnerbüchsen, auf dem Kopf trägt er den obligatorischen grünen Hut. Die Vorstandsmitglieder haben ihm unter sich auch einen Namen gegeben: Hubertus Stollewerck, nach dem ersten amtlichen Schützenkönig von 1718. Weitere Glasvitrinen zeigen alle  Königsketten, so dass der staunende Besucher in aller Ruhe das gesamte alte Königssilber mit den wundervoll gearbeiteten Orden bewundern kann. Zu Kirmes hat man dazu kaum Gelegenheit, nun kann man sie in aller Ruhe betrachten. Ein Glaskubus enthält das für das Schießen auf den Vogel notwendige Zubehör, das der Schießmeister Christoph Breuer zur Verfügung gestellt hat, und erlaubt damit einen Blick hinter die Kulissen des Königsvogelschusses. Der Vogel selbst kann ebenfalls beschaut werden, an der Decke hängt er, doch leider nicht sehr lange. Schon am Samstag wird er spätestens verschwunden sein, denn dann wird er sein Schicksal erleiden und in seine Bestandteile zerlegt werden. An dieser Stelle sollte man bemerken, dass Vogelbauer Georg Foerster für dieses Jahr zwei solche Vögel baute, denn es wird ja neben dem Schützenkönig auch noch ein neuer Ehrenkönig ausgeschossen.

 

 

In einer weiteren Vitrine sind interessante Dokumente ausgestellt: zwei Königsalben aus unterschiedlichen Epochen und das erste Geschäftsbuch des Vereins nach seiner Wiederbegründung, damals akribisch geführt vom langjährigen Geschäftsführer Heribert Weber.

Die Stellwände mit insgesamt 96 ausgewählten Fotos zeigen Bilder analog den Kapiteln der Festschrift, die sich auch als „Buch zur Ausstellung“ versteht. Zwei Stellwände dokumentieren die historische Entwicklung, mehrere Wände widmen sich der Monscher Kermes mit Vogelschuss, Königsball und –frühschoppen sowie Kinderbelustigung, weiterhin der Schießsportgemeinschaft, der Freundschaft mit anderen Vereinen, dem Familienwandertag, dem Karneval der Bürgerschützen (inklusive fast aller bestehenden Karnevalsorden seit 1974!).

Hier sieht man, dass Festschrift und Ausstellung ineinander greifen, was auch durch das gemeinsame Design der Stellwände und des Buches deutlich werden soll: Die Ausstellung versteht sich als Ergänzung zum umfangreichen Buch und umgekehrt. Wenn beim Besucher der Ausstellung Interesse geweckt werden konnte, dann kann er gleich vor Ort das Buch mit vielen Hintergrundinformationen erwerben: Für 9,90 Euro verkauft die Sparkasse den Band mit 290 Seiten und 270 Fotos im Auftrag der Bürgerschützen.

Ein Highlight für viele Besucher ist sicherlich der Dokumentarfilm aus dem Jahr 1961, der in 33 Minuten Höhepunkte der 600-Jahr-Feier in bunten Bildern für die Nachwelt festhält. Bürgerschützen-Präsident Georg Kaulen hat ihn in der Schützensammlung des Stadtarchivs gesichtet und die alte 16-Millimeter-Kopie digitalisieren lassen. Er soll später, zusammen mit einem neuen Film über das diesjährige Jubiläum, an Interessenten auf DVD verkauft werden.

Die Eröffnung der Ausstellung begann mit den obligatorischen Ansprachen. Achim Scheidt, der Leiter der Monschauer Geschäftsstelle der Sparkasse, machte in einer freundlichen Begrüßung deutlich, dass er sich als Hausherr sehr darüber freue, eine solche Ausstellung für einen Monat beherbergen zu dürfen. Der Vorlauf der Vorbereitungen durch den Vorstand habe ungefähr die gleiche Zeit betragen, wie sie ein Olympionike benötige, um für die Spiele fit zu sein. Nach diesem sportlichen Vergleich übergab er das Wort an Georg Kaulen, der ganz herzlich die Ehrengäste sowie einige Schützen namentlich begrüßte: den Ehrenpräsidenten Guido Breuer, ferner die Ehrenmitglieder Joseph Hermanns, Klaus Kaulard, Albertus Mathar, Jürgen Strauch und Christian Waldeck. Er dankte Achim Scheidt und seinem Team, die die Schützen während der Vorbereitung der Ausstellung und insbesondere an diesem Abend überaus freundlich und immer hilfsbereit unterstützt hätten. In einem kurzen Rückblick erläuterte er die Genese der Ausstellung und sprach seinen Dank für das Engagement der Beteiligten aus. Im Zusammenhang mit Ausstellung und Festschrift seien über 700 Fotos digitalisiert worden. Und das sei erst der Anfang, denn man wolle nun ein Archiv schaffen, das Schritt für Schritt aufgebaut werden und der Nachwelt die Geschichte der Bürgerschützen erhalten solle. Die Eröffnung der Ausstellung in der Sparkasse bilde „den Startschuss für zwei Jubiläumswochen“, die ein in der Reihenfolge leicht variiertes Programm böten. Besonders stolz zeigte er sich über den alten und für die Zukunft geretteten Film über die 600-Jahr-Feier aus dem Jahr 1961, der für die Dauer der Ausstellung immer wieder gezeigt werde. Bezüglich der Festschrift dankte er vor allem Alexander Lenders und dem Team von Weiss-Verlag und Weiss-Druck; die Zusammenarbeit sei immer reibungslos und in vieler Beziehung gar vorbildlich gelaufen, auch wenn aufgrund eines erhöhten Umfangs die terminliche Planung nicht leichter geworden war.

Bürgermeisterin Margareta Ritter übernahm gerne die Gelegenheit, um den Bürgerschützen die Gratulation der Stadt Monschau zu diesem außergewöhnlichen Jubiläum zu überbringen. Sie bedauere sehr, dass diese Eröffnungsfeier das einzige sei, was sie von den Jubiläumsfeierlichkeiten mitbekomme, aber irgendwann müsse auch sie einmal Urlaub machen. „Wenn es diesen Verein nicht gäbe, müsste er erfunden werden“, sagte sie in Bezug auf die Bürgerschützen. Die besondere Eigenart, die die Monschauer von anderen Schützenvereinen unterschieden, sei sympathisch und beeindruckend, vor allem auch der Ehrenkodex des Vereins, der für ein freundliches Miteinander werbe. Auch wenn Frauen selbst kein Mitglied werden könnten, so seien Ehefrauen, Lebensgefährtinnen und Freundinnen, die ihren Männern treu zur Seite stünden, immer sehr geschätzt und auf ihre Weise eben doch Bestandteil der Monschauer Schützenwelt. Angetan zeigte sich Ritter auch von der Festschrift der Bürgerschützen: „Das ist keine Festschrift, sondern ein Buch!“

Nach den Eröffnungsreden wurden die Besucher sehr gastfreundlich von den Damen des Sparkassen-Teams beköstigt: Leckere Kanapees und erfrischende Getränke wurden gereicht. Vor allem aber konnten die Besucher dann in aller Ruhe Exponate und Film betrachten und in Erinnerungen schwelgen.

Noch bis 30. September kann die Ausstellung zu den Öffnungszeiten der Sparkasse besucht werden. Das Buch zur Ausstellung kann man dort vor Ort, in der Monschau Touristik, dem Roten Haus, der Drogerie Servaes und im Hotel-Restaurant „Alt Montjoie“ kaufen.